Gian Carlo Fusco:
„Die Unerwünschten – Als Amerika die Mafia nach Hause schickte“

// RÜCKSCHAU & NACHLESE / ZUR VERANSTALTUNG VOM 13.04.2014

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Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, gingen die amerikanischen Sieger daran, ein altes Problem zu lösen: Was tun mit den Italienern, die das Land seit Jahrzehnten in eine blühende Landschaft des organisierten Verbrechens verwandelt hatten? Die Antwort erfuhren viele Gangster, als sie 1945 aus dem Gefängnis statt in die Freiheit in ihre alte Heimat Italien verfrachtet wurden – wo sie alles andere als mit offenen Armen aufgenommen wurden: UNERWÜNSCHT waren sie. Sozusagen ganz nebenbei sorgten diese Maßnahmen nicht nur für die Repatriierung der Verbrecher, sondern auch ihres Gewerbes. Steckt dahinter gar eine (typische) US-Strategie von gewisser Nachhaltigkeit?

Ausgestattet mit beachtlicher street credibility schildert Fusco die atemberaubenden zuweilen extrem komischen Lebensläufe ehemals Höchstgefährlicher - was bei ihm klingt wie literarisch anspruchsvolle Drehbücher: Zu trockenjournalistischer, auf Zeilen zurechtgestutzter Schreibe ist Fusco einfach unfähig: Mit wenigen Federstrichen, gewürzt im rechten Maß mit Ironie und Sarkasmus, genährt mit viel Whisky bringt Gian Carlo Fusco Bilder zustande, die sofort lebendig sind und einem nicht mehr aus dem Sinn gehen.

1915 in La Spezia geboren, floss in seinen Adern eine bizarre Mischung, wie nur alte Hafenstädte sie hervorbringen: sein Stammbaum liest sich wie ein Register italienischer Städte von Nord bis Süd, mit englischen, argentinischen, spanischen Tropfen vermengt.


IMPRESSIONEN


Pressestimmen

// Die zurückgeschickten Mafiosi / Badische Neuste Nachrichten
// Tickets für die Hölle / FAZ

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