Prof. Isabelle Wienand & Olivier Ribordy
Das Thema der Glückseligkeit im Briefwechsel zwischen René Descartes und Elisabeth von der Pfalz

Philosophische Lektüre von Isabelle Wienand und Olivier Ribordy

// RÜCKSCHAU & NACHLESE / ZUR VERANSTALTUNG VOM 21.09.2014
Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe

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Der Briefwechsel zwischen René Descartes (1596-1650) und Elisabeth von der Pfalz (1618-1680) gehört zu den eindrücklichsten philosophischen Dokumenten der Frühen Neuzeit. Die rund 60 erhaltenen Briefe, welche die junge Prinzessin und der berühmte französische Philosoph von Mai 1643 bis Dezember 1649 austauschen, zeigen auf engstem Raum die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen und gedanklichen Umbrüche im Europa des 17. Jahrhunderts.

In Elisabeth von der Pfalz findet Descartes eine äußerst gelehrte Briefpartnerin. Ihre scharfsinnigen und kritischen Fragen spornen ihn an, seine philosophischen Positionen zu vertiefen und in neue Wissensgebiete vorzustoßen. So gibt er nicht nur zu, einige Aspekte seiner Philosophie bisher ungenügend erklärt zu haben, sondern legt sie in den Briefen zum ersten Mal detailliert dar: die Vereinigung von Geist und Körper, die Natur der Leidenschaften sowie die Bestimmung des höchsten Gutes oder der gerechten Regentschaft. Angeregt durch den Wissensdrang der Prinzessin liefert Descartes eigene Interpretationen wichtiger philosophischer Texte wie Senecas Über das glückliche Leben und Machiavellis Der Fürst.

Die Edition enthält erstmals eine vollständige deutsche Übersetzung der Korrespondenz zwischen Descartes und Elisabeth. Sie wird um eine Auswahl philosophisch relevanter Briefe erweitert, die Descartes mit Königin Christina von Schweden (1626-1689) und mit seinem Freund, dem französischen Diplomaten Pierre Chanut (1601-1662), wechselt.

IMPRESSIONEN

Musikalische eingerahmt wurde die sehr gut besuchte Veranstaltung (Dank meinen Afficionados!) im Centre Culturel Franco-Allemand über das Thema der Glückseligkeit im Briefwechsel zwischen René Descartes und Elisabeth von der Pfalz von Megumi Sano (www.megumisano.com) mit Stücken von Cecile Chaminade („..keine komponierende Frau sondern ein Komponist, der eine Frau ist .“ ) Clara Schumann und Fanny Hensel, unverdientermaßen im Schatten des Bruders Felix Mendelsohn-Bartholdy stehend.

Hauptperson des Abends – Olivier Ribordy – Forschungsdoktor für Philosophie Universität Fribourg …Übersetzer und Herausgeber zusammen mit Prof. Isabel Wienand des genannten Briefwechsels .. ; er zeichnet auch mitverantwortlich für Konstanzer Konzil-Ausstellung in Konstanz, im Auftrag des Badischen Landesmuseums (die Borgia-Karte auf der Innenseite der Südwärts-Flyer, in den Vatikanischen Museen hängend, bildet in dieser Ausstellung einen würdigen Abschluss: „Auf dass die Welt fortan ein Ort menschlichen Wirkens sei“)